Alice Weber ist sauer auf Deutsche, die eine Sonderregelung auf Mallorca fordern. | Youtube: Ultima Hora

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Die Deutsche Alice Weber, langjährige Stadträtin in Inca und als Verantwortliche für internationale Politik bei Més die erste Bundesbürgerin in der Führungssspitze einer Balearen-Partei, hat mit einem Video-Statement auf die Forderungen deutscher Inselunternehmer reagiert, Mallorca wieder für ausländische Hausbesitzer zu öffnen.

Darin spricht Weber direkt den Sicherheitsunternehmer Ralf Becker "und andere Landsleute, die in dieser Woche einen 'seltsamen' Brief an die Balearen-Regierung geschickt haben", an. Und weiter: "Die Balearen sind etwas mehr als ein Vergnügungspark für immune Investoren. Was für Sie ein Luxus-Fantasialand ist, ist Heimat vieler Kinder, die heute zu Hause bleiben müssen, die aber, im Gegensatz zu Ihnen, verstehen, dass sie heute nicht auf ihren Spielplatz dürfen."

Auch erinnert Weber daran, dass mehr als 160 Familien wegen der Coronakrise eine geliebte Person verloren haben, und denen es egal sei, "ob Unternehmer und Immobilienbesitzer sich in ihrem Recht verletzt fühlen, heute ein wenig Golf spielen zu dürfen." Die Verfasser des Briefes "sollten mal darüber nachdenken."

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Hintergrund: Der Inselunternehmer Ralf Becker hatte vergangene Woche einen Brief an die balearische Ministerpräsidentin Francina Armengol geschickt und gefordert, dass die Balearen nach Beendigung der Ausgangssperre die Einreise für ausländische Immobilienbesitzer schnellstmöglich wieder erlauben sollten. Einerseits, um die Eigentümer nicht in ihrem Zugriffsrecht auf ihre Häuser zu beeinträchtigen, andererseits, um die Inselwirtschaft wieder anzukurbeln.

Während Hunderte Deutsche diesen Brief kopierten, und ebenfalls an die Regierung schickten, darunter – mit einer abgewandelten Version – auch Promi-Makler Marcel Remus, kamen von anderer Seite teils heftige Gegenreaktionen. Die Forderung sei arrogant, überheblich und im "Kolonialherrenton" verfasst.

Auch der neu gegründete Maklerverband Abini, zu dem zahlreiche deutsche Luxusimmobilienunternehmen gehören, grenzte sich von der Forderung ab und versicherte in einem Statement, der Großteil seiner Kunden unterstütze die strikte Einreise- und Gesundheitspolitik der Balearen-Regierung.

Wegen der Coronakrise herrscht auf den Inseln wie in ganz Spanien derzeit eine strikte Ausgangssperre. Es ist zu erwarten, dass der Flughafen auch nach Aufhebung dieses Alarmzustandes noch eine Weile für Urlauber geschlossen bleibt. Das Problem: Viele Deutsche mit Immobilienbesitz können deshalb vermutlich so schnell nicht wieder nach Mallorca kommen, da sie weder einen spanischen Pass noch eine "Residencia", also einen Erstwohnsitz mit entsprechender EU-Aufenthaltskarte, hier haben.

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