Vor 25 Jahren wurde der Sóller-Tunnel feierlich eröffnet. An der Einweihung nahmen auch zahlreiche Einwohner aus dem Ort sowie politische Vertreter teil. | Archiv Ultima Hora

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An diesem Samstag jährt sich die Einweihung des Tunnels von Sóller zum 25. Mal. Allein zehn Jahre hatte seinerzeit der Bau der drei Kilometer gedauert, viel länger als geplant, auch weil ein Korruptionsprozess den Fortschritt der Arbeiten zeitweise stoppte.

Doch am 19. Februar 1997 schien alles vergessen: An jenem Tag vor einem Vierteljahrhundert hörte das Tal von Sóller auf, mit dem Rest Mallorcas nur durch eine einzige Straße - die Pass-Straße über den Coll - verbunden zu sein. Diese Route war, neben der Tramuntana-Magistrale nach Pollença im Norden und Andratx im Süden, in der täglichen Praxis die einzige Verkehrsverbindung, auf der die Einwohner von Sóller und Fornalutx aus ihrem abgelegenen Tal nach Palma und in die Inselmitte fahren konnten.

Schon von Anbeginn an stritten Befürworter und Gegner über das kostspielige Projekt. Nach jahrelangen Debatten über die Notwendigkeit des Bauvorhabens – andere forderten schon damals den Ausbau der Bahnverbindung – überreichte 1987 eine Bürgerplattform, die für den Bau des Tunnels war, dem Parlament rund 6000 Unterschriften.

Obgleich sich 1988 auch eine Anti-Tunnel-Gruppe gebildet hatte, die nicht so sehr gegen die Eröffnung des Tunnels an sich, sondern vielmehr gegen die befürchtete Immobilienspekulation zu Felde zog, vergab die Balearen-Regierung noch im selben Jahr die Konzession zum Bau und für den Betrieb des Tunnels an den Geschäftsmann Antoni Cuart.

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Zwölf Monate später begannen die Arbeiten, die trotz aller Widrigkeiten fast zehn Jahre andauerten. In dieser Zeit traten finanzielle Probleme auf, bis der Projektträger und Konzessionär die Arbeiten 1993 einstellte. Das Bauwerk wurden später vom Baukonzern der Koplowitz-Schwestern fortgesetzt und abgeschlossen.

Auch aufgrund eines Korruptionsfalls, der das Projekt spanienweit bekannt machte, wurde der längste Tunnel der Balearen mit sechsjähriger Verspätung eingeweiht. Der "Fall Sóller-Tunnel" kostete dem damaligen Ministerpräsidenten Gabriel Cañellas (PP) das Amt. Er soll von der Tunnelfirma 50 Millionen Pesetas für die Parteikasse entgegengenommen haben. Der Richter sah die Vorwürfe als erwiesen an, sprach Cañellas aber im Juli 1997 frei, weil das Delikt inzwischen verjährt war.

Am Tag der Einweihung passierten mehr als 4000 Fahrzeuge die Röhre, was ein Vorbote dafür war, dass in Sóller nichts mehr so sein würde wie zuvor. Zum ersten Mal wurde auf den Balearen auch eine Maut für die Benutzung einer Straße erhoben, eine Gebühr, die zur teuersten in ganz Spanien wurde, und die der Inselrat 20 Jahre nach der Tunneleröffnung abschaffte – und zwar noch vor dem Auslaufen der offiziellen Betreiberkonzession. Seitdem ist der Tunnel gebührenfrei, aber die endgültigen finanziellen Folgen dieser politischen Entscheidung zur Maut-Befreiung sind immer noch gerichtsanhängig.

Am 19. Februar 1997 durchschnitt der neue balearische Ministerpräsident Jaume Matas unter großem Medieninteresse das Eröffnungsband. Der drei Kilometer lange Tunnel wurde in Betrieb genommen und ermöglichte es, die Strecke und die Fahrzeit zwischen dem Tal und der Hauptstadt und damit auch mit dem Rest der Insel zu verkürzen. Fast der gesamte Gemeinderat von Sóller unter Bürgermeister Ramon Socias (PSOE) und Hunderte von Anwohnern nahmen an der Zeremonie teil, auch wenn einige Linkspolitiker fernblieben, als Zeichen des Protests gegen die seinerzeitigen Korruptionsvorwürfe. Gemeindevertreter aus Bunyola und Fornalutx nahmen ebensfalls an der Einweihung teil.

Ein Vierteljahrhundert nach dem historischen Tag ist die Mehrheit der Sollerics der Meinung, dass der Tunnel sich positiv auf die Wirtschaft und den Tourismus im Orangental ausgewirkt habe, obgleich er andererseits zu einer deutlichen Überfüllung des einst abgelegenen Ortes geführt hat.