Nuria Acosta Sureda und „Duck” sind seit Januar wieder ein Herz und eine Seele. | Claudia Nagyivan

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Wenn die aus Porto Cristo stammende Mallorquinerin Nuria Acosta Sureda von ihrem Schäferhund „Duck” spricht, hat sie Tränen in den Augen. Denn die beiden verbindet eine unglaubliche Geschichte: Nach rund zehn Jahren fand die 26-Jährige ihren verloren geglaubten Hund wieder. Die Trennung der beiden ereignete sich 2009. „Als ich eines Tages von der Schule nach Hause kam, sagte mir mein Vater, dass er meinen Hund weggeben musste. Wohin genau, wollte er mir nicht verraten. Zurück blieb nur sein Lederhalsband auf dem Fußboden”, erzählt Nuria Acosta. Das Verhältnis zum Vater war danach jahrelang angespannt.

Der Schäferhund-Rüde und die junge Mallorquinerin waren in Porto Cristo bekannt und galten als eingespieltes Team: „Das junge Mädchen und ihr großer, gutmütiger Schäferhund. Noch monatelang fragten mich die Leute aus unserem Viertel, wo denn mein schöner großer Hund sei”, erinnert sich Acosta. Schweren Herzens blieb der jungen Mallorquinerin nichts anderes übrig, als sich mit dem Verlust ihres treuen vierbeinigen Freundes abzufinden. „Es tat so weh. Wir waren einfach unzertrennlich. Es fühlte sich so an, als ob mir jemand das Herz herausreißt.” Im vergangenen Jahr entschloss sich Nuria Acosta schließlich einen Hund zu adoptieren. Doch die Suche nach einem geeigneten Tier stellte sich als schwierig heraus. „Ich konnte zu keinem Tier eine wirkliche Verbindung aufbauen”, erklärt die Spanierin.

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Eines Abends entdeckte Nuria Acosta durch Zufall einen Beitrag auf Facebook: Ein 13-jähriger, verlassener Schäferhund namens „Nico” suchte ein neues Zuhause. „Ich sah das Foto und mein Herz schlug sofort schneller. Ich kramte alte Fotos heraus und war mir sicher: Das war mein ,Duck’, nur unter einem anderen Namen. Ich kontaktierte noch am selben Abend Cornelia Kudszus, Leiterin der Tierauffangstation Dogforu in Inca, wo sich ,Duck’ zu dieser Zeit befand.” Dabei hatte Nuria Acosta großes Glück, denn der Rüde sollte ursprünglich nach Asturien vermittelt werden. Allerdings gab es mit dem Adoptanten Schwierigkeiten, und die Reise wurde immer wieder verschoben.

Schließlich vereinbarten die beiden Frauen ein erstes Treffen zum Kennenlernen im Tierzentrum in Inca. Dort hatte Kudszus 2011 die Tierauffangstation gegründet. Die Deutsche hat es sich zur Aufgabe gemacht, herrenlose oder abgeschobene Hunde aufzunehmen.

Cornelias Kudszus erinnert sich noch genau auf das erste Zusammentreffen von Nuria Acosta und „Nico” beziehungsweise „Duck”. „Der 13-jährige Hund verhielt sich eher abweisend zu fremden Menschen. Aber als Nuria zum ersten Mal auf ihn zukam, schien er sie wiederzuerkennen. Es entstand sofort eine Bindung. Eine spanische Freundin die zufällig dabei war, Nuria und auch mir standen die Tränen in den Augen.” Die Entscheidung war schnell gefallen: Einige Tage später wurde der Rüde endlich zu Nuria Acosta nach Palma gebracht. Dort leben die beiden seit dem 14. Januar zusammen, suchen derzeit allerdings eine neue Bleibe. Doch Nuria Acosta blickt positiv in die Zukunft. „,Duck’ wiederzufinden, war das größte Wunder für mich. Ich hatte die Hoffnung nie aufgegeben. Drei Tage nach seiner Heimkehr wurde übrigens Sant Antoni gefeiert – das Fest des Schutzheiligen der Tiere. Ein schöner Zufall.”