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Zuletzt verstand in der Öffentlichkeit kaum noch jemand, worum es in dem Prozess eigentlich genau ging, nun ist das Theater vor dem Koblenzer Landgericht zu Ende. Am Montag wurde Fußballtrainer Christoph Daum in der Hauptsache freigesprochen. Die von der Staatsanwaltschaft erhobene Anklage des 51-fachen illegalen Drogenwerwerbs und die angebliche Anstiftung zur Beschaffung von 100 Gramm Kokain war nicht zu beweisen. In dem anderen Anklagepunkt, des zwölffachen Besitzes von Kokain, wurde das Verfahren eingestellt. Daum muss 10.000 Euro zugunsten zweier Suchthilfe-Organisationen zahlen und wollte das Geld noch am Tag nach dem Urteil überweisen, wie er gegenüber MM am Dienstag versicherte.

Mit dem Urteil fällt eine zentnerschwere Last von Christoph Daum ab. Seit dem 23. Oktober war er nahezu wöchentlich von seinem Arbeitsplatz Istanbul nach Koblenz gependelt. Mit seinem Club Besiktas wurde der Coach in der türkischen Meisterschaft „nur” Dritter – am Wochenende verkündete man die einvernehmliche Trennung zum Saisonende, nicht zuletzt weil der bis dahin noch nicht beendete Drogenprozess die Arbeit zu sehr belastete.

Wäre der Prozess nicht am 30. Verhandlungstag beendet worden, hätte sich Christoph Daum für die nächsten Wochen oder Monate eine Vielfliegerkarte für die Verbindung Palma de Mallorca – Köln kaufen müssen. Denn er will zusammen mit seiner Lebensgefährtin Angelica Camm, die ein Haus bei Santa Ponça hat, und Söhnchen Jean-Paul in den nächsten Tagen nach Mallorca kommen und hier länger bleiben. „So lange, bis ich einen neuen Job habe. Und wenn das erst im Oktober der Fall sein sollte”, so Daum im Gespräch mit MM.

Nachdem die Drogen-Affäre nun endgültig durchgestanden ist, dürfte Daum wieder für viele europäische Spitzenclubs interessant sein. Und wenn die Verhandlungen stocken, hat er eine Alternative: „Vielleicht werde ich ja freier Mitarbeiter beim Mallorca Magazin”, scherzte der Trainer am Dienstag.