Der zweite Verdächtige bei seiner Festnahme auf Mallorca. | Ultima Hora

Nach dem Tod des niederländischen Regisseurs Wouter Van Luijn in Mallorcas Drogensiedlung Son Banya hat es eine weitere Verhaftung gegeben.

Bei dem Verdächtigen handelt es sich um einen 18-jährigen Spanier. Ein weiterer junger Mann mit den Initialen Adrián F.F. war bereits am Wochenende festgenommen worden. Beide Personen gehören laut Polizei nicht den Sinti und Roma an.

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Motiv für den Angriff auf den Holländer soll der Raub von 700 Euro gewesen sein. Laut Obduktion platzte durch die Gewalteinwirkung ein Aneurysma im Schädel auf. Ohne diese schwerwiegende Vorerkrankung wäre Wouter Van Luijn laut Polizeiangaben vermutlich nicht gestorben. Zudem soll er laut Medienberichten bereits zuvor Kokain konsumiert haben, was ebenfalls zu dem fatalen Ausgang beitrug.

Die Barackensiedlung Son Banya wird von Clans der Sinti und Roma bewohnt und ist auf der Insel als Umschlagplatz für Betäubungsmittel bekannt. Seit Jahrzehnten ist immer wieder die Rede von einem "Drogensupermarkt". Die derzeitigen Bewohner wurden in der Franco-Zeit in Erbpacht außerhalb des Stadtgebiets angesiedelt. Vor einiger Zeit ist jedoch grundsätzlich ein Abrissbeschluss gefallen. Flächen und Bauten in Son Banya gehören größtenteils der öffentlichen Hand. Noch im Lauf des Sommers 2018 sollen dort Zwangsräumungen beginnen.

Diverse niederländische Presse- und Fernsehteams sind nach Mallorca gereist, um über die Hintergründe zu berichten. In seiner Heimat war Wouter Van Luijn bisher nicht aktenkundig mit Drogen in Erscheinung getreten. Aus der Filmbranche gab es zahlreiche Beileidsbekundungen für den 34-Jährigen. (mic)