Werden Küstenabschnitte künstlich verändert, hat das auch Auswirkungen auf das Seegras "Posidonia". | Archiv

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Immer mehr Küstenabschnitte auf Mallorca werden künstlich verändert. Das hat eine aktuelle Studie der Marilles-Stiftung gezeigt. Diese wurde dem balearischen Parlament vorgelegt, um eine Diagnose zum Zustand der Meeresumwelt vor den Balearen zu stellen.

Der Bericht stellt fest, dass in den letzten zwanzig Jahren 37 Prozent mehr künstliche Oberflächen vor den Küsten der Balearen geschaffen worden. Die Inseln haben insgesamt eine Küstenlinie von 1341 Kilometern Länge, 1000 davon alleine aus Felsen und Klippen.

Vor allem auf Ibiza gibt es auf den ersten 500 Metern der Küstenlinie rund 85 Prozent künstliche Flächen. Danach folgt die Gemeinde Calviá auf Mallorca mit 63 Prozent. Auch Son Servera (51 Prozent), Sant Llorenç (42 Prozent) und Palma (40 Prozent) haben viele veränderte Oberflächen. Besonders nach Unwettern mussten im Osten der Insel in den vergangenen Jahren Strände künstlich aufgeschüttet werden.

Die Studie hat außerdem ergeben, dass die Balearen Heimat von 50 Prozent des Posidonia-Gebiets in Spanien sind. Die Qualität der Badegewässer hat sich seit 2010 nicht drastisch verändert. Von den 164 Probeentnahmestellen gibt es mehr gute als ausgezeichnete.

2019 wurden rund 85 Prozent der Strände der Balearen mit "ausgezeichnet" bewertet. 17 von 54 untersuchten Stränden auf Mallorca liegen über ihrer optimalen Belastbarkeit, das mache sich unter anderem in der Ansammlung von Plastikmüll bemerkbar.

Aufgrund des erwarteten Anstiegs des Meeresspiegels - Forscher erwarten bis zu 75 Zentimeter in den kommenden 80 Jahren - könnten die Strände auf den Balearen um bis zu 50 Meter absinken und sich ihre Fläche deshalb um die Hälfte verringern.

Alle Ergebnisse der Studie gibt es hier. (dise)