Konflikt zwischen Balearen-Regierung und Restaurants spitzt sich zu

| Palma, Mallorca |
Die Bar Cristal an Palmas Plaça de España hat – wie viele andere Restaurants und Bars auf den Balearen – seit Anfang März wieder geöffnet.

Die Bar Cristal an Palmas Plaça de España hat – wie viele andere Restaurants und Bars auf den Balearen – seit Anfang März wieder geöffnet.

Foto: Jaume Morey

Der Konflikt zwischen der Regierung der Balearen und den Betreibern von Restaurants auf Mallorca spitzt sich zu. Grund sind Maßnahmen, um die Corona-Pandemie zu bekämpfen. Der für Bars und Restaurants auf Mallorca zuständige Verband Pimem-Restauración forderte am Montag, Innenräume der Gaststätten am 26. April zu öffnen.

Mallorca: Die Balearen-Regierung kündigt Lockerungen an

Seit 23. März, also seit gut einem Monat, sind Innenräume der Gaststätten auf den balearischen Inseln geschlossen. Auf Terrassen dürfen Wirte Speisen und Getränke anbieten, allerdings nur bis 17 Uhr und nur auf bis zu 50 Prozent der Fläche.

Am Montag kündigte der Sprecher der Regionalregierung der Balearen, Iago Negueruela, an, dass es von kommenden Montag an Lockerungen der Corona-Restriktionen geben werde. Etwa dürfen sich Senioren wieder in Klubs treffen. Die Restriktionen für Gastronomen auf Mallorca sollen indes – so scheint es – bleiben.

Gastronomie-Verband: "Regierung lacht sich kaputt"

Das erzürnt die Verbände Pimem-Restauración und Arema, der ebenfalls Gastronomen vertritt. Sie sahen sich veranlasst, am Montag eine Pressekonferenz zu geben. Die Worte von Arema-Sprecher Jaume Colombás waren drastisch: "Die Regierung lacht sich seit 15 Monaten über uns kaputt – und dämonisiert uns."

Jaume Colombás, Sprecher des Verbandes Arema, und Eugènia Cusí, Präsidentin von Pimem-Restauración.
Jaume Colombás, Sprecher des Verbandes Arema, und Eugènia Cusí, Präsidentin von Pimem-Restauración.

Eugènia Cusí, Präsidentin von Pimem-Restauración, bezifferte die Verluste der Branche auf 80 Prozent in den vergangenen 15 Monaten. Zudem seien 30 Prozent der Arbeitsplätze verloren gegangen und 40 Prozent der Betriebe verschwunden. "Wir fühlen uns von der Regierung im Stich gelassen", betonte sie.

Demo von Beschäftigten der Branche am Freitag

Am Freitag soll es eine Demonstration von in der Gastrobranche Beschäftigten geben. Die Verbände sprechen zwar von einem Ultimatum an die Regierung, die Innenräume am 26. April zu öffnen. Sie unterstützen die geplanten Proteste jedoch nicht. In den vergangenen Monaten hatten ähnliche Aktionen zu Verkehrschaos in der Innenstadt der Inselhauptstadt Palma geführt.

Und was sagt die Regierung zur Gastronomie? Sprecher Iago Negueruela: "Wir müssen vorsichtig sein, was Lockerungen angeht." Das Coronavirus sei zwar unter Kontrolle, doch Negueruela bittet um "einen letzten Kraftakt". Dieser dürfte mindestens die nächsten fünf, sechs Wochen, also bis Ende Mai, Anfang Juni dauern.

Sommersaison mit niedrigen Zahlen erreichen

Die Balearen-Regierung will bis zu diesem Zeitpunkt, also bis zum Beginn der touristischen Sommersaison, die Corona-Infektionszahlen auf niedrigem Niveau halten. Am Freitag lag die Sieben-Tage-Inzidenz auf den Balearen nach Angaben des spanischen Gesundheitsministeriums bei 29,96. Eine Zahl, die gut fünfmal niedriger als als die in Deutschland ist – und die für Mallorca als sicheres Reiseziel stehen soll.

Kommentar

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M / Vor 6 Monaten

@Patrick: Reine Rationalisierung - "Ich habe besseres zu tun!" Wie viele Dimensionen berücksichtigen Sie sonst so bei Ihren Betrachtungen?

@Son Vidarius: "Experten fordern Null-Fälle-Strategie zur Eindämmung von Corona" Quelle: www.forschung-und-lehre.de/forschung/experten-fordern-null-faelle-strategie-zur-eindaemmung-von-corona-3410/ Daher ist eindeutig klar, das Ihre Meinung (ohne Fakten) dem Konsens einer Gruppe hochrangiger Forscher überlegen ist.

@Liberte: Ihr Text ist so intelligent wie der eines bezahlten Trolls, der die Ergebnisse und den Konsens der Wissenschaften leugnet. UNIte behind the science! Geben Sie sich nicht auf, machen Sie Ihr Abitur nach.

@Patrick: So geht no covid: "In Australien dürfen über zwei Millionen Menschen im Bundesstaat West-Australien nur in begründeten Fällen ihr Haus verlassen. Die ganztägige Ausgangssperre gilt von Samstag bis Montag. Auslöser der Maßnahme ist EIN Reiserückkehrer, der aus der Quarantäne mit einem negativen Corona-Test entlassen wurde, bei dem aber später doch das Virus nachgewiesen wurde. Der Mann hat sich mehrere Tage in der Bundeshauptstadt Perth aufgehalten und dort nach Behördenangaben mindestens einen Menschen angesteckt." Quelle: www.faz.net/aktuell/gesellschaft/gesundheit/coronavirus/corona-liveticker-corona-lage-in-indien-bitte-helft-uns-sauerstoff-zu-bekommen-17305447.html

Stefan Meier / Vor 6 Monaten

@Son Vidarius Ja, und weil alle Deutschen so schlau sind, bleibt alles halt bis Ende Juni geschlossen. Der Son Vidarius macht Guppenkuscheln in der eigenen Wohnung. Mein Segen haste.

Liberte / Vor 6 Monaten

@Majorcus: Wenn man seinen Lebensunterhalt vom Steuerzahler alimentiert bekommt, kann man so schreiben. Merke: Eine Pandemie ist eine Pandemie solange die Untertanen daran glauben. Und No Covid ist genau so intelligent, wie das Weltklima zu retten.

Son Vidarius / Vor 6 Monaten

Ich wiederum bewundere die Einfalt von Majorcus und der gesamten No-Covid-Sekte. Die Grippewelle ist einfach vorbei und Covid eine von vielen respiratorischen Erkrankungen. Das gefällt den Panikern leider nicht. Ich habe mich seit Mai 2020 an die vielen unsinnigen Kontaktbeschränkungen nicht mehr gehalten und dadurch einfach entspannter gelebt.

Patrick / Vor 6 Monaten

@M:

Ihr Name ist ja schon auf den Kernbuchstaben geschrumpft, das Gehirn konnte es offenbar nicht mehr. Die Einwohnerdichte Neuseelands ist jetzt genau wie hoch ?

M / Vor 6 Monaten

Ich bewundere die Einfalt der beiden ersten Kommentare und der Wirte: No Covid (siehe Neuseeland) ist die beste Strategie für nahezu einschränkungsfreie wirtschaften: erst auf nahe Inzidenz 10 senken und dann mit vielen Tests langsam und vorsichtig öffnen. Einfach STraßen sperren und maximal große Freiflächen - anderenfalls zerstören die Ihre eigene Sommersaison selbst ...

Manni / Vor 6 Monaten

Ich hoffe auf eine fotogene und filmreife Mandelkuchenschlacht zwischen den verfeindeten Gruppen. Mit coronagerechten 150cm Abstand, dann kann sich Herr M nicht beschweren.

Carlos / Vor 6 Monaten

Ich bewundere die Zurückhaltung der Barbetreiber.

Yep / Vor 6 Monaten

Die Regierung ist nicht mehr ganz dicht. Schaut zu wie einer nach den anderen Pleite geht. Wenn denn doch die so schöne Sommersaison kommt(was ich nicht glaube), dann gibt es garnicht mehr viele Bars und Restaurants. Denn die sind ja Pleite. Ihr macht kaputt was ihr noch kaputt machen könnt. Die Demos sind viel zu harmlos. Es muss reichen jetzt.