Auf dem Carrer Oms lässt es sich gut flanieren. | Emilio Queirolo

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Wer von den Ramblas in die höhergelegene Altstadt von Palma, etwa zur Plaça d’Espanya oder zur Fußgängerzone Sant Miquel möchte, beschreitet gerne die Calle Olmos – jene Einkaufsstraße, die mit ihrem grünlichen Steinpflaster sanft den Hügel ansteigt und mit ihren zahlreichen Geschäften viel zum Sehen bietet. Hinzu kommen die Cafés, die in der Straßenmitte stellenweise Tische und Stühle aufstellen, so dass sich dort gemütlich eine Pause einlegen lässt – ohne Verkehrslärm und Autoabgase. Kein Wunder: Die „Ulmenstraße” oder auch Carrer Oms, wie die Straße auf Katalanisch heißt, ist die älteste große Fußgängerzone der Stadt. Am 13. November 1991 war sie nach einem Umbau für die Bürger und Besucher freigegeben worden.

PALMA. CALLES. Oms, de fiesta por 30 aÔø?os como calle peatonal comercial.

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Kaum zu glauben, dass in der relativ schmalen Straße einst Autos und Lastwagen unterwegs waren oder dort sogar parkten. Und nicht nur diese: In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts rollten Straßenbahnen durch den Carrer Oms, wie sich etwa Mateo Martorell erinnert. Der Gastronom ist ein Urgestein des Unternehmertums in jener Straße, sein Vater hatte im Jahre 1929 die Bar Can Vinagre übernommen. Der authentisch-altertümliche Betrieb, der auch unter dem Namen „Bar España” Renommee genießt, ist nicht der einzige, der dort seit fast einem Jahrhundert existiert. Die Stellung hält seit 1934 auch die Polsterei Verd. Und zumindest seit vielen Jahrzehnten sind in der Einkaufsstraße das Fotogeschäft Ruano, der Uhrmacher Suizo, der Copy-Shop Bohigas, der Lampenladen Lux oder das Drogeriegeschäft Olmos zu finden. Verschwunden ist jedoch die Spielwarenhandlung Babelín, deren an einer Stange rotierender Stofftieraffe einst ganze Generationen von Palmesanern erfreut hatte. „Heute gibt es allein vier Eisdielen und fünf Fingernagelstudios in der Oms”, fasst Martorell den Wandel schmunzelnd in Worte.

PALMA. CALLES. Oms, de fiesta por 30 años como calle peatonal comercial.

Die Straße existierte bereits im maurischen Medina Mayurqa des 11. Jahrhunderts, schildert der Historiker Xavier Terrasa in einem Buch zum Jubiläum. Der Weg befand sich damals innerhalb der alten Stadtmauer, war jedoch von Gärten umgeben. Im 19. Jahrhundert siedelten sich viele Werkstätten, insbesondere Schuster in der Oms an. Gleich dahinter befand sich Palmas alte Stierkampfarena. Wo einst die Toreros den Degen blitzen ließen, liegt heute die Plaça del Bisbe Berenguer de Palou, im Volksmund Plaça Patins genannt. Das heißt, auch an Stierkampftagen wird reges Kommen und Gehen in der Straße geherrscht haben.

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