Corona-Härte in Deutschland, weiche Linie in Spanien

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Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez.

Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez.

Foto: Moncloa-Palast

Während man in Deutschland versucht, mit schärferen Corona-Restriktionen der immer stärkeren Omikron-Variante beizukommen, sieht man die Angelegenheit in Spanien betont entspannter. Ministerpräsident Pedro Sánchez sagte am Montag in einem Interview, dass man an einem Plan arbeite, die Krankheit von offizieller Seite wie eine einfache Grippe zu behandeln. Dazu gehöre, die Kontakte von Infizierten nicht mehr wie bisher unbedingt herausfinden zu wollen. Es stelle sich eine endemische Lage ein.

Darüber werde mit den Gesundheits-Verantwortlichen im Land und mit der EU gesprochen, so Sánchez. Die zuständige Ministerin Carolina Darias solle andere Amtskollegen des Kontinents von der neuen spanischen Sichtweise der Dinge überzeugen. Hintergrund ist die Tatsache, dass momentan wegen der milderen Omikron-Variante die Krankenhauslage relativ stabil bleibt, und das bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von 1459,94 Fällen pro 100.000 Einwohner.

Spanien nähert sich mit dem neuen Entspannungskurs dem schon längere Zeit vor allem in Israel diskutierten Corona-Management: Dort wird von Wissenschaftlern und Politikern behauptet, eine schnelle Durchseuchung der Bevölkerung könne schneller zu einer endemischen Situation führen.

In Deutschland wird dagegen bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von 389,7 unter der Leitung des neuen Gesundheitsministers Karl Lauterbach (SPD) ganz anders verfahren: Erst kürzlich wurden Restriktionen deutlich verschärft. Ohne zusätzlichen Test kommen nicht Geboosterte in kein Restaurant mehr hinein. Private Zusammenkünfte von Geimpften und Genesenen sind nur noch mit maximal zehn Personen erlaubt. Beim Zusammentreffen mit anderen Personen wird empfohlen, FFP-2-Masken zu tragen. Klubs und Diskotheken sind geschlossen. Erst jüngst äußerte Lauterbach, dass diese Einschränkungen offenbar nicht reichen werden.

In Spanien dagegen muss man sich nicht testen lassen, um ein Restaurant zu betreten. Auf Mallorca reicht das EU-Zertifikat. Bei privaten Treffen gelten in den meisten Autonomieregionen keine Einschränkungen. Klubs und Discos sind in der Regel weiter geöffnet, auch auf Mallorca. Es herrscht zwar offiziell Maskenpflicht auch in Außenbereichen, doch daran halten sich längst nicht alle.

Kommentar

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Michael Düsseldorf / Vor 15 Tage

@ Jupiter Wenn jemand in Deutschland Recht hat oder haben will, dann macht man halt auch das Falsche ordentlich und gründlich. Wer KL oft genug gehört und gesehen hat, sollte sich über Personalien mehr als wundern oder erschrecken.

Jupiter / Vor 16 Tage

Ja... Unser Karl.. der Gesundheitsökonom, der -meistens- alles besser weiss.. In Deutschland verantwortlich für Krankenhausschließungen. Ich glaube... Spanien, du hast es besser.