Auf Mallorca haben in diesem Jahr viele Schnecken den Extrem-Sommer nicht überlebt. | P. Lozano

Die hohen Temperaturen in diesem Jahr haben auch Folgen für gastronomische Delikatessen auf der Insel. Laut der letzten offiziellen Schneckenzählung des balearischen Landesagrarministeriums gab es auf Mallorca im Jahr 2020 insgesamt 17 Betriebe mit 814.000 den Speisetieren. Nach zwei Jahren hat sich die Situation verändert und es gibt momentan nur noch zwei aktive Schnecken-Züchter – Jaume Riutort von Caragolera de Muro und Biel Sbert in Felanitx.

Jaume Ritort sagte gegenüber der spanischsprachigen Schwesterzeitung Última Hora: "90 Prozent der auf Mallorca konsumierten Schnecken sind gefrorene Schnecken, die auf die Insel transportiert werden, so dass wir mit dem Preis nicht konkurrieren können." Seine Schnecken werden, bereits gereinigt und gesäubert, zu 10 Euro je Kilo verkauft. In den letzten fünf Jahren hat er diesen Preis beibehalten. Laut Riutort befindet sich die Schneckenzucht auf Mallorca im freien Fall. Sie erfordert viele Stunden Einsatz und ist nicht sehr rentabel.

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Vor allem der Klimawandel hat das Geschäft mit den Schnecken erschwert. So gab es 2016 noch 19 aktive Betriebe und vier Prozent aller Schneckenfarmen in Spanien waren auf den Balearen angesiedelt. "Es war ein harter, trockener und langer Sommer. Fast alle unsere Schnecken starben, und wir mussten wieder von Neuem mit der Zucht beginnen", sagt Riutort. Der Züchter verfügt über Inkubatoren, die eine konstante Temperatur von 20 Grad und eine Luftfeuchtigkeit von 90 Prozent aufrechterhalten, wodurch die Produktion wieder aufgenommen werden konnte. In einem normalen Jahr hätten die Schnecken ihre Eier im September gelegt und die Farm gefüllt, ohne dass Brutkästen benötigt worden wären.

Spanien ist mit 18.000 Tonnen jährlich nach Frankreich der zweitgrößte Konsument von Schnecken in Europa. Der durchschnittliche Pro-Kopf-Verbrauch von Schnecken liegt in Spanien bei 400 Gramm pro Person und Jahr.