Wer sich etwa einen Privatflieger leisten kann, soll in Spanien mehr an den Staat zahlen. | El Económico

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Die Abschaffung der Steuer auf große Vermögen in der konservativ regierten Autonomieregion Andalusien sorgt für Diskussionen. Die sozialistische spanische Finanzministerin María Jesús Montero kritisierte diese Maßnahme am Mittwoch als "Dumping" und äußerte, dass Reiche im Grunde mehr Steuern zahlen sollten. Man überlege, wie man das im gesamten Land hinbekommen könne.

Es dürfe nicht sein, dass einzelne Regionen ausscheren und sich zu "Steuerparadiesen" erklärten. Dieses Wort hatte jüngst die Regierungschefin der Autonomieregion Madrid, Isabel díaz Ayuso, benutzt. Die Hauptstadt und ihre Umgebung wird wie Andalusien von der konservativen Volkspartei (Partido Popular) regiert. Ziel der Zentralregierung sei, Steuern staatsweit zu "harmonisieren", so Finanzministerin Montero.

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Die Abschaffung der Vermögensteuer in Andalusien sei nur ein Vorteil für 0,2 Prozent der Bevölkerung. Der öffentlichen Hand entgingen aber im Jahr etwa 120 Millionen Euro, die man eigentlich für die Verbesserung des Gesundheits- und Erziehungswesens ausgeben könnte.

Was Mallorca anbelangt, so will die Volkspartei auch hier die Vermögensteuer abschaffen, wenn sie im kommenden Jahr die im Mai anstehenden Regionalwahlen gewinnen sollte. Die balearische Parteichefin Marga Prohens äußerte sich dahingehend. Würde die Vermögensteuer auf den Inseln abgeschafft, würden davon Medienberichten zufolge etwa 8000 Personen profitieren.

Die Vermögensteuer ist eine Steuer auf das Gesamtvermögen eines Steuerpflichtigen. Ihre Bemessungsgrundlage umfasst in der Regel das nach Abzug der Schulden verbleibende Reinvermögen. In Deutschland wird diese Steuer seit 1997 nicht mehr erhoben.