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Am Samstagnachmittag in den Kneipen der Martkthalle von Santa Catalina Wermut schlürfen, das ist der neueste Trend in Palma de Mallorca. Nicht unbedingt zur Freude der Anwohner rund um die Markthalle, die mit einem erhöhten Geräuschpegel leben müssen. Teilweise stehen die Menschenmengen derart dicht an dicht, dass für normale Passanten kaum noch ein Durchkommen ist.

Entstanden ist der spontane wöchentliche Event auf Initiative einiger Standinhaber, die auf die aktuell über Spanien schwappende Wermut-Welle aufgesprungen sind. Der mit Gewürzen und Kräutern aromatisierte Wein – teilweise von niedriger Qualität – wird auf Mallorca unter anderem über den Twitter-Hashtag #tardeopalma vermarktet.

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Mittlerweile beschränkt sich das Phänomen nicht mehr nur auf den Samstag. Auch am Tag der Arbeit kamen die Menschen rund um die Markthalle zusammen, obwohl das Gebäude wegen des Feiertags geschlossen hatte. Erste kritische Stimmen sind nicht zu überhören: Die Betreiber von normalen Marktständen klagen über ihre gastronomisch aktiven Kollegen, da die Kundschaft angeblich durch das Treiben vom Lebensmitteleinkauf abgehalten wird.

Ob die Beschwerden so massiv werden, dass die Stadt dem samstäglichen Wermut-Schlürfen ein Ende macht, bleibt abzuwarten. Von einem ähnlichen Modephänomen, nämlich der Tapas-Tour "Ruta Martiana" in der Altstadt, ist nach Anwohnerbeschwerden jedenfalls nicht viel übrig geblieben. Mit einer Verlängerung der Sperrstunde wurde der spaßigen aber lärmigen Angelegenheit wieder der Garaus gemacht. (mic)