Mietwagenflotte auf der Balearen-Insel Menorca. | Ultima Hora

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Weil es immer mehr Beschwerden von Urlaubern gibt, die sich von ihrem Mietwagenanbieter auf Mallorca über den Tisch gezogen fühlen, will das balearische Verbraucherschutzministerium die Anbieter jetzt strenger kontrollieren. "Wir nehmen das Thema sehr ernst", sagt Xisco Dalmau, Generaldirektor für Verbraucherfragen. "Denn wenn es Ärger mit dem Mietwagen gibt, dann ist das der letzte Eindruck, den der Urlauber von der Insel mitnimmt."

Laut Dalmau häufen sich die Klagen über Mietwagenanbieter, die zweifelhafte Methoden anwenden: ihren Kunden Zusatzversicherungen aufschwatzen oder sich durch fragwürdige Tankregelungen zusätzliche Einnahmen verschaffen. Manche Firmen bewegten sich gar am Rande der Legalität, sagt Dalmau, indem sie bei der Buchung etwa nicht den Endpreis angeben, oder im Nachhinein Schäden am Fahrzeug in Rechnung stellten, mit denen der Kunde gar nichts zu tun hatte.

"Wir wollen die Botschaft rüberbringen, dass wir nicht untätig sind", sagt Dalmau, betont aber auch, dass es nur möglich ist, gegen die schwarzen Schafe des Mietwagensektors vorzugehen, wenn die geprellten Kunden eine offizielle Beschwerde beim mallorquinischen Verbraucherschutz einreichen. Viele Betroffene täten das - wenn überhaupt - nur in ihrem Heimatland.

Deshalb soll es in Zukunft einen direkten Draht zum zuständigen Ministerium geben. Urlauber könnten dann auch per Internet ihren Fall zur Anzeige bringen. Bisher müssen Touristen persönlich in einer Niederlassung des Verbraucherschutzes vorbeischauen (in jedem mallorquinischen Rathaus gibt es eine).

Und noch eine weitere Neuerung plant Dalmau: Er will ein Qualitätssiegel für Mietwagenfirmen einführen, das den Kunden die Auswahl erleichtern soll. Anbieter, die es nutzen wollen, müssten nachweislich die Kriterien des Verbraucherschutzes erfüllen.

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(aus MM 24/2016)