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Jetzt im Herbst ist eine Stippvisite in Puigpunyent und seiner Umgebung wirklich zu empfehlen. In den Tälern rund um das Bergdorf wachsen viele Laubbäume, und nachts ist die Luft kalt genug, damit die Blätter sich auch wirklich golden und rot verfärben, statt einfach nur braun zu verwelken, wie das in Palma der Fall ist.

Wer nach Puigpunyent fährt, gelangt an eine Straßenkreuzung und wundert sich, wo denn nun das Ortszentrum sei. Tatsächlich befindet man sich bereits dort. Das Dorf ist so klein, dass außer dem Schnittpunkt zweier Landstraßen kaum etwas anderes zu finden ist.

Wäre da nicht das Son Net. Ein Landgut, thronend auf einem Hügel, heute ein beliebtes Luxushotel und Restaurant, früher einmal der Herrensitz des örtlichen Landadels. Apropos Adel: Ein Standesvertreter aus dem Dorf, Ramon Safortesa (1627- 1694), ist als „Comte Mal”, als ,Böser Graf' in die Welt der mallorquinischen Fabeln eingegangen. Er soll als Feudalherr die Bauern übel geknechtet haben. Aus diesem Grund findet sein Geist angeblich keine Ruhe. In stürmischen Nächten rast er zu Pferd über die Hänge des Puig Galatzó.

Dem 1027 Meter hohen Hausberg verdankt das Dorf übrigens seinen Namen, denn Puigpunyent leitet sich vom Katalanischen „spitzer Berggipfel” ab. Zu seinen Füßen geht es mitunter recht modern zu: Gar als Pilotgemeinde hatte das Dorf die Mülltrennung eingeführt, sogar für organische Abfälle, die es selbst verkompostiert. So manches Ehepaar geriet an der Entsorgestelle darüber in heftigen Streit, in welche Tonne welcher Abfall gehöre. Hätte es einen Behälter für zänkische Ehepartner gegeben, so mancher wäre darin gelandet.