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Wer hätte das gedacht? Der schönste - oder zumindest opulenteste - Weihnachtsbaum Mallorcas stand vor wenigen Jahren ausgerechnet in Sant Llorenç de Cardassar. Und zwar in der Straße Mossèn Salvador Galmés im Schaufenster des Interior-Design-Geschäfts von Wenzel & Franke. (Diese mallorquinischen Namen klingen mitunter ganz schön germanisch ...)

Wie auch immer, beim einem Spaziergang durch das Dorf im Inselosten gibt es eine Menge kurioser Details zu entdecken. Zuvorderst: Es wirkt sehr sauber und gepflegt. Liegt das vielleicht daran, dass seit dem Bau der Umgehungsstraße die meisten Autofahrer das Dorf einfach links liegen lassen?

Die Geschäfte imOrt sind entweder stylish very hip oder so richtig mallorquinisch old school, also so wie die Insel früher einmal war. Skurril ist jene Bäckerei, die ihr Fenster an Weihnachten mit einem knorrigen Eichenast dekorierte. An dem mit Flechten bewachsenen Holz hingen Weihnachtsplätzchen in großer Bandbreite. Neben Sternen und Engeln fanden sich da aber auch Gitarren, Schweine und Geckos aus Keksteig.

Der Platz vor der Kirche entpuppt sich als kleines Juwel: Die Pflanzen gedeihen dort unter offenbar liebenden Händen, und das Forum ist ansehnlich gepflastert. Auch der Carrer Major, die alte Hauptstraße, weist ordentliche Bürgersteige auf, samt kleinen Bäumchen und einheitlichen Gebäudehöhen. Kompliment an den Herrn Bürgermeister! Es zeitigt eben doch beste Ergebnisse, wenn Vernunft, Augenmaß und ästhetisches Empfinden zusammenkommen.

Das ist an der Küste des Ortes nicht immer passiert. Die Hotelbunker von S'Illot und Sa Coma stammen noch aus einer Zeit, in der es vor allem darum ging, schnell viel Geld zu machen.